Dies ist das Archiv der Website des Aktionsbündnis gegen geschlossene Unterbringung bis März 2014. Aktuelle Informationen finden Sie unter www.geschlossene-unterbringung.de

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Text | Freitag, 11 Februar 2005 | Heiner Sameisky | Heiner Sameisky

Chronik der Einweisungen, Entweichungen und "Entlassungen"

Aktuelle Zahlen sind der Senatsdrucksache 18 / 1468 zu entnehmen.

Man muss besonders schwierige Jugendliche festhalten, um Sie erreichen zu können - so lautet das Credo der Befürworter der Geschlossenen Unterbringung. Dass die Entweichungsquote in geschlossenen Einrichtungen erfahrungsgemäß höher liegt, als in ihren offenen Pendants, spricht allerdings gegen dieses "pädagogische Konzept". Auch die Entweichungsbilanz der GU in Hamburg belegt, was erfahrene Pädagogen schon lange wissen: Eingesperrte Jugendliche wollen vor allem eins - raus.

Dies Chronik wird so nicht mehr weitergeführt. Geschlossene Unterbringung ist in Hamburg soweit zur "Normalität" geworden, dass nur noch spektakuläre Fälle die Aufmerksamkeit der Medien erregen. Eine Zeitnahe "Bestandsaufnahme" ist somit nicht mehr möglich. Unbeachtet von den Augend er Öffentlichkeit hat der Senat sein Ziel einer Vollbelegung weitgehend erreicht. Entweichungen sind mit der Fertigstellung aller Sicherungsmaßnahmen am und um das Gebäude herum so selten, wie man es von einem anständigen Knast erwarten darf.

Freitag, 24 Januar 2003

Ein 14-Jähriger Jugendlicher wird nach Beschluss eines Familiengerichts in der Feuerbergstraße untergebracht. Laut BSF soll er der Polizei seit seinem 12. Lebensjahr wiederholt durch Raub, Erpressung und Diebstähle aufgefallen sein. Hinzu kämen erhebliche Konflikte mit seiner Mutter, die in den vergangenen Jahren bereits zu Inobhutnahmen beim KJND, zu ambulanten und stationären erzieherischen Hilfen geführt hätten. Sein Vater soll seit sieben Jahren in Haft sitzen. Die Mutter habe der geschlossenen Unterbringung zugestimmt.

29.01.03 Erste Einweisung ins Jugendheim (HHer AB)

29.01.03 Kinderknast: Der erste Insasse (MoPo)

12.03.03 Konzept bleibt unangetastet (bsf)

Freitag, 7 Februar 2003

Ein zweiter Jugendliche wird abends nach einem richterlichen Beschluss in der Geschlossenen Unterbringung an der Feuerbergstraße untergebracht. Der inzwischen 16-Jährige soll u.a. durch schwere Körperverletzung und Kfz-Aufbrüche aufgefallen sein. Die Mutter sei von ihrem Sohn bedroht worden und soll sich nicht mehr in der Lage gesehen haben, mit ihm fertig zu werden.

12.03.03 Konzept bleibt unangetastet (bsf)

Dienstag, 11 Februar 2003

Ein weiterer 16-Jähriger Jugendlicher wird gemäß eines richterlichen Beschlusses nach §1631b BGB in der Feuerbergstraße untergebracht. Laut BSF sei der Beschluss auf Antrag der Mutter des Jugendlichen in Zusammenarbeit mit dem Familien-Interventions-Team ergangen. Der Jugendliche soll in den vergangenen drei Jahren zahlreiche Straftaten wie u.a. Raubdelikte, gefährliche Körperverletzungen und räuberische Erpressung begangen haben. Bisherige Versuche der Jugendhilfe, der Beratungsstelle für Gewaltprävention des Amtes für Schule und der Polizei z.B. durch normverdeutlichende Gespräche auf ihn einzuwirken und ihn von weiteren Straftaten abzuhalten, seien fehlgeschlagen.

12.02.03 Jugendlicher aus der Feuerbergstraße entwichen (bsf)

12.03.03 Konzept bleibt unangetastet (bsf)

Mittwoch, 12 Februar 2003

Dem erst tags zuvor in die Geschlossene Unterbringung eingewiesenen Jugendlichen (16) gelingt die Flucht während der Nachtbereitschaft. Laut BSF soll der Jugendliche um 2.30 Uhr bei einer Zimmer-Kontrolle noch schlafend angetroffen worden sein. Bei der nächsten Kontrolle um 5.45 Uhr haben die Mitarbeiter entdeckt, dass der Jugendliche entwichen ist. Er habe eine aus feuerschutztechnischen Gründen magnetgesichterte Tür mit großer Kraft und mit Hilfe eines abgebrochenen Henkels des Mülleimers aufgehebelt und sei dann durch ein Fenster im ungesicherten Treppenhaus entwichen.

12.02.03 Jugendlicher aus der Feuerbergstraße entwichen (bsf)

13.02.03 Geschlossenes Heim: Erster weg (HHer AB)

13.02.03 Hamburgs neuer Kinderknast: Der Erste ist schon abgehauen (MoPo)

12.03.03 Konzept bleibt unangetastet (bsf)

Donnerstag, 13 Februar 2003

Der am 12. Februar entwichene Jugendliche (16) kehrt gegen 20.45 Uhr freiwillig zurück in die Geschlossene Unterbringung. Laut BSF sollen seine Freundin und Sozialpädagogen des Jugendtreffs Spreestraße Duo e.V. entsprechend auf ihn eingewirkt haben. Der 16-Jährige wurde von Sozialpädagogen in die Geschlossene Unterbringung an der Feuerbergstraße begleitet.

13.02.03 Entwichener Jugendlicher ist zurück (bsf)

15.02.03 Junge zurück (taz HH)

15.02.03 Heim-Flucht: Jugendlicher stellte sich (HHer AB)

12.03.03 Konzept bleibt unangetastet (bsf)

Donnerstag, 27 Februar 2003

Ein weiterer 14-Jähriger Jugendlicher wird auf Beschluss eines Familiengerichts in der Geschlossenen Unterbringung untergebracht. Der Jugendliche soll in 17 Fällen u.a. wegen Kfz-Aufbruch, Kfz-Diebstahl und Raub auffällig geworden sein. Allein vier der Straftaten soll er in den ersten Wochen dieses Jahres begangen haben. Nachdem der Jugendliche in der Vergangenheit wiederholt vom Kinder- und Jugendnotdienst in Obhut genommen worden war, wurde er in einer Wohngruppe untergebracht. Dort soll er sich nicht an die Regeln gehalten haben, häufig unentschuldigt weggeblieben sein, die anderen Jugendlichen bestohlen und aus der Wohngruppe heraus weiterhin Straftaten begangen haben.

12.03.03 Konzept bleibt unangetastet (bsf)

Dienstag, 4 März 2003

Der seit dem 27. Februar in der Geschlossenen Unterbringung lebende 14-Jährige entweicht am Abend gegen 18.15 Uhr während des Rückwegs von Gartenarbeiten im Außengelände der Feuerbergstraße.

04.03.03 14-jähriger Jugendlicher ist heute Morgen aus der Feuerbergstraße entwichen (bsf)

05.03.03 Putzfrau als Fluchthelfer (HHer AB)

05.03.03 Jugendheim - Wieder ist ein Junge (14) entwischt (MoPo)

12.03.03 Konzept bleibt unangetastet (bsf)

Donnerstag, 6 März 2003

Der am 4. März aus der Geschlossenen Unterbringung entwichene Jugendliche wird in der Nacht zum 6. März von der Polizei zurück gebracht. Der 14-Jährige war der Polizei aufgefallen, als er versuchte, in Farmsen ein Auto aufzubrechen. Die Beamten informierten umgehend die Mitarbeiter in der Feuerbergstraße und brachten den Jugendlichen gegen 2 Uhr zurück.

06.03.03 Entwichener Jugendlicher ist zurück (bsf)

12.03.03 Konzept bleibt unangetastet (bsf)

Donnerstag, 6 März 2003

Als fünfter Jugendlicher wird gemäß eines Familiengerichtsbeschlusses ein 16-Jähriger in der Geschlossenen Unterbringung an der Feuerbergstraße untergebracht. Der Jugendliche soll wegen Körperverletzung, Diebstahl, Sachbeschädigung und versuchtem Raub aufgefallen sein. Er habe sich bereits in Jugendhilfeeinrichtungen sowie für sechs Monate in der Jugendstrafanstalt in Hahnöfersand befunden. Als er Haftverschonung bekam, griff das Familien-Interventions-Team ein und beantragte die Geschlossene Unterbringung.

12.03.03 Konzept bleibt unangetastet (bsf)

Freitag, 7 März 2003

Das Familiengericht entscheidet, den Beschluss zur geschlossenen Unterbringung für den am 7. Februar in der Einrichtung an der Feuerbergstraße untergebrachten Jugendlichen nicht zu verlängern. Begründung: Seitens der Jugendhilfe seien nicht alle Möglichkeiten im Vorfeld ausgeschöpft worden. Die gesetzlichen Bestimmungen des §1631 b BGB jedoch sehen die geschlossene Unterbringung erst als letzte Möglichkeit. Der 16-Jährige wurde nun in einer Wohngruppe untergebracht.

12.03.03 Konzept bleibt unangetastet (bsf)

Dienstag, 11 März 2003

Zwei Jugendlichen gelingt die Flucht aus der Geschlossenen Unterbringung. Es handelt sich um den am 6. März 2003 dort untergebrachten 16-Jährigen sowie den am 27. Februar 2003 dort untergebrachten 14-Jährigen.

12.03.03 Konzept bleibt unangetastet (bsf)

12.03.03 Geschlossenes Heim: Wieder zwei geflüchtet (HHer AB)

13.03.03 Sicherheit für geschlossenes Heim wird weiter verschärft (HHer AB)

13.03.03 Haus der offenen Tür (taz HH)

13.03.03 Kommentar: Die Tage der offenen Türen (HHer AB)

13.03.03 Flucht aus dem Kinder-Knast (MoPo)

14.03.03 Auf der Flucht (taz HH)

Freitag, 14 März 2003

Die beiden Jugendlichen, die am Dienstag aus dem geschlossenen Heim an der Feuerbergstraße ausgebrochen waren, sind wieder da. Die 14 und 16 Jahre alten Jungen am Freitag gegen 16 Uhr von Beamten der Revierwache 38 (Rahlstedt) gefasst und der Jugendbehörde übergeben.

15.03.03 Geflüchtete Jugendliche wieder da (HHer AB)

Donnerstag, 24 April 2003

Seit Donnerstag hatte eine Fluchtserie Betreuer und Polizei in Atem gehalten. Die erste glückte am Donnerstagnachmittag, als drei Betreuer mit drei Jugendlichen in ein Waldstück gingen, das zwar eingezäunt, aber nicht gesichert war. Auf dem Rückweg traf die Gruppe auf Bewohner des Kinder- und Jugendnotdienstes. Wie die Sozialbehörde mitteilt, gelang es zwei 14-Jährigen aus der geschlossenen Unterbringung, sich von einem der Jugendlichen ein BMX-Rad zu leihen und den Betreuern damit regelrecht davonzufahren.

27.04.03 Konsequenzen aus erneuten Entweichungen (bsf)

28.04.03 Jugendliche türmen - Chef geht (HHer AB)

Donnerstag, 24 April 2003

Einer der beiden 14-Jährigen kehrte am selben Tag freiwillig in die Feuerbergstraße zurück. Der andere wurde nachts von der Polizei in Rahlstedt aufgegriffen und in die geschlossene Unterbringung zurückgebracht.

27.04.03 Konsequenzen aus erneuten Entweichungen (bsf)

28.04.03 Jugendliche türmen - Chef geht (HHer AB)

Freitag, 25 April 2003

Den beiden 14-Jährigen Jugendlichen, die bereits am Vortag entwichen waren, gelang am Freitag erneut die Flucht. Nach Angaben der BSF hatte sich in der Einrichtung im Laufe des Tages eine "aggressive Stimmung" aufgebaut. Zur "Entlastung der Situation" seien zwei Sozialpädagogen mit den 14-Jährigen nach draußen gegangen, allerdings nicht in den gesicherten Innenhof, sondern in einen Außenbereich, wo seit längerer Zeit an einem drei Meter hohen Zaun gearbeitet würde. Die beiden Sozialpädagogen seien von den 14-Jährigen bedroht worden bevor diese schließlich um 18.20 Uhr über den alten Zaun der Anlage flohen. Begünstigt wurde die Flucht, weil am Zaun Baumaterialien aufgeschichtet waren, über die beide mühelos klettern konnten.

27.04.03 Konsequenzen aus erneuten Entweichungen (bsf)

28.04.03 Jugendliche türmen - Chef geht (HHer AB)

Freitag, 9 Mai 2003

Der 14-Jährige, der am 25. April aus dem geschlossenen Heim an der Feuerbergstraße geflüchtet ist, wurde laut taz und HHer AB gefasst. Da der Jugendliche laut Behördensprecherin Annika Wichert "erneut auffällig" geworden sei, sei die Sozialbehörde jetzt "nicht mehr zuständig". Der Jugendliche, der seit seiner Einweisung in das Heim am 27. Februar insgesamt dreimal flüchtete wurde nunmehr in das Untersuchungsgefängnis Hahnöfersand überführt.

10.05.03 Schwere Jungs auf die Insel (taz HH)

10.05.03 Ausreißer wieder gefasst (HHer AB)

Sonntag, 1 Juni 2003

Ein 16-Jähriger aus dem gesicherten Heim für jugendliche Straftäter in der Feuerbergstraße wollte laut taz und MoPo lieber in Freiheit leben. Er soll von einem Ausgang am vergangenen Sonntag nicht zurück gekehrt sein, wie die Familien- und Sozialbehörde auf Anfrage der MoPo bestätigte. Laut Behördensprecherin Anika Wichert habe der Jugendrichter am Dienstag Haftbefehl erlassen. Der Jugendliche wird also nicht mehr in die Feuerbergstraße zurückkehren, sondern kommt nach seiner Festnahme in den Jugendknast nach Hahnöfersand. Ihm werden Raub und Erpressung vorgeworfen.

07.06.03 Wieder Flucht aus Kinderheim (MoPo)

07.06.03 Ferner liefen (taz HH)

Mittwoch, 16 Juli 2003

Der als Kindergängster in der Presse bekannt gewordene 12-Jährige Armend wird ohne richterlichen Beschluß in die Geschlossene Unterbringung in Feuerbergstraße eingewiesen. Ihm werden räuberische Erpressung, Raub, Diebstahl und Körperverletzung zur Last gelegt. Die Unterbringung ohne richterlichen Beschluß erfolgte laut BSF, um "dringende Gefahr für das Wohl des Kindes" bzw. "eine Gefahr für Leib und Leben des Kindes oder Jugendlichen oder eine Gefahr für Leib oder Leben Dritter abzuwenden".

16.07.03 Jugendhilfe: 12-Jähriger befindet sich in Geschlossener Unterbringung

17.07.03 Räuber Armend (12) jetzt im geschlossenen Heim (HHer AB)

Donnerstag, 7 August 2003

Das Familiengericht Altona hat den Beschluss zur Unterbringung des 12-jährigen Armend E. im geschlossenen Heim an der Feuerbergstraße nicht verlängert. Ein kinder- und jugendpsychiatrische Gutachten war zu dem Ergebnis gekommen, dass noch nicht alle Möglichkeiten der Jugendhilfe vor der geschlossenen Unterbringung ausgeschöpft seien und hat stattdessen die Unterbringung des Jungen in einer Pflegefamilie vorgeschlagen. Das Gericht ist dieser Argumentation gefolgt. Der Junge wird jedoch gegen die Empfehlung des Gutachtens in einer stationären Maßnahme im Umland untergebracht.

07.08.03 12-Jähriger muss aus der Geschlossenen Unterbringung entlassen werden

08.08.03 Kinder-Gangster wurde aus dem Heim entlassen (MoPo)

08.08.03 Kindergangster Armend (12) wieder auf freiem Fuß (HHer AB)

08.08.03 In Freiheit (taz)

Sonnabend, 30 August 2003

Das Hamburger Abendblatt berichtet unter dem Titel "Viel Platz, kaum Insassen" über die mangelhafte Belegung der Geschlossenen Unterbrigung. Allerdings sind in den letzten Wochen mehrere Jugendliche in die Feuerbergstraße eingewiesen worden, ohne dass dies publik gemacht worden ist. Laut dem o.g. Pressebericht sollen sich aktuell 5 Jugendliche in dem Heim aufhalten.

30.08.03 Viel Platz, kaum Insassen (HHer AB)

Dienstag, 9 Dezember 2003

Das Hamburger Abendblatt berichtet von der sechsten Flucht eines jugendlichen in diesem Jahr. Angaben über die Gesamtzahl der untergebrachten Jugendlichen werden nicht gemacht. Nach unseren Informationen waren jedoch zuvor 9 Jugendliche im Heim, so dass nunmehr von einer "Bewohnerzahl" von 8 auszugehen ist.

09.12.03 Geschlossenes Heim - die sechste Flucht (HHer AB)