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Pressemitteilung | Dienstag, 16. Juli 2002 | NN

Für eine akzeptierende Jugendarbeit - gegen Ausgrenzung und Verwahrung

Presseerklärung von SozialarbeiterInnen gegen geschlossene Unterbringung zur Aktion vor der BSF

Vor den Türen der Sozialsenatorin Schnieber - Jastram und ihres Staatssekretärs Herrn Meister versuchten rund drei Dutzend erboste SozialarbeiterInnen ihrem Unmut über die Wiedereinführung geschlossener Heime in Hamburg Luft zu machen. "Schließer-Jastram go Heim" stand auf zahlreichen Plakaten, die in den Fluren des Ministeriums gezeigt wurden. Nach einem Gespräch mit einer pesönlichen Referentin der Senatorin, bei dem leider keine Inhalte ausgetauscht werden konnten, zog man Flugblätter verteilend wieder ab.

Durch die Wiedereinführung geschlossener Heime in Hamburg setzt sich der bereits in anderen Bereichen (Flüchtlingspolitik, Drogenpolitik) zu beobachtende politische Paradigmenwechsel hin zu einem autoritären Gesellschaftsentwurf in der freien und Hansestadt Hamburg fort.

Bemerkenswert ist dabei, dass sich diese Bestrebungen wohl hauptsächlich aus Ressentiments und wahlpolitischen Erwägungen speisen, da es bislang im Gegensatz zur Abschaffung der Heime in den 80er Jahren keine breite inhaltliche Debatte um die Wiedereinführung dieser Einrichtungen gab. Es sei abzusehen, dass das von der Sozialsenatorin Schnieber-Jastram vorgelegte "Konzept" einer fachlichen Debatte nicht standhält, darin waren sich die Teilnehmenden einig. Es ist wissenschaftlich hinreichend belegt, daß Heimunterbringung delinquente Biographien geradezu provoziert, und kein geeignetes Mittel zur Verhinderung dieser darstellte. Aufgrund der fachlichen Kritik an der geschlossenen Unterbringung haben sich bis dato so gut wie alle Träger der Jugendhilfe in Hamburg sowie die FH Rauhes Haus gegen die Umwandlung der Feuerbergstrasse in ein geschlossenes Heim gewand. In diesem Zusammenhang sei auch auf die als erster "Abschiebeknast für jugendliche Flüchtinge" zu bezeichnende Arrestanstalt in der Schädlerstrasse verwiesen, die offenkundig macht, dass der neue Senat vor keinem Rechtsbruch halt macht.

Bei Nachfragen stehen wir unter untenstehender Telefonnummer gerne zur Verfügung

Kontakt: Daniel K. Manwire 0160/6337899